Substack ist mit seinen acht Jahren noch eine vergleichsweise junge Plattform, zumindest im deutschsprachigen Raum. Substack wirkt wie ein Zwitterwesen aus Social Media und Zeitungsportal. Die Artikel darauf: überwiegend auf Englisch. Zumindest am Anfang, und auch nur solange, bis sich dort immer mehr deutsche Autoren ansiedeln. Wie ich!
Lohnt es sich für Dich, zu Substack zu gehen?
Als Leser, als Autor?
Lohnt sich Substack für mich?
Als Leser allemal, denn Du kannst dort auch kostenlos hoch qualitative Artikel von leidenschaftlichen Textschaffenden lesen.
Die Themenbereiche sind absolut vielfältig: Du kannst Dir dort quasi Deine eigene Zeitung erstellen, indem Du dort einfach Deinen Lieblingsthemen und bald auch -autoren folgst. Wie @miriamlochner ッ
Wenn du jemanden besonders magst, kannst du ein Bezahl-Abo abschließen, um Deinen Lieblingsautor auch monetär zu unterstützen und exklusive Inhalte mitgeteilt zu bekommen. Die Autoren entscheiden dabei selbst, welche Inhalte dazu gehören. Generell lebt Substack von einer hohen Transparenz.
Also keine Angst: Du erfährst in der App immer, sobald irgendetwas kosten würde. Dir kann also nix mit einem aus Versehen aktivierten Abo passieren.
Als Autor hast Du also die Möglichkeit, auf Substack mit Deinen Texten Geld zu verdienen. An dem Punkt bin ich noch nicht und kann deswegen dazu nichts sagen. Außer, dass Substack 14% der Einnahmen einbehält. Klingt erstmal viel, aber immerhin sind 86% für einen Schreiberling immer noch besser als gar keine ッ
Substack ist dabei aber kein plumpes Geschäftsmodell, sondern vor allem eine Plattform für wirklich leidenschaftliche Leser und Autoren. Ich bete, dass es so bleibt!
Gegründet wurde es ursprünglich, um Autoren eine einfach Plattform zu bieten, auf der sie Geld verdienen können, und worüber sich einfach Newsletter versenden lassen.
Generell gilt: Die Community ist sehr, sehr freundlich und positiv gewogen. Man merkt den hohen Bildungsstandard. Die Autoren unterstützen einander.
Insgesamt sieht Substack danach aus, dass es genau das sein könnte, was die Social Media Welt und das ganze verdammte Internet derzeit braucht: Einen entschleunigten, menschlichen Raum. Warum ich mir das Urteil schon nach 24 Stunden erlaube, liest Du hier!
Was Dich hier erwartet
- Dein neues Lieblingsmagazin
- Wie Du Dein Substack richtig für Dich konfigurierst
- Das perfekt entschleunigte Social Media?
- Profi-Software zum Publizieren
- Endlich wieder Qualitäts-Internet!
- Die Inhaltstypen auf Substack
- Warum Substack für MENSCHEN ist ッ
- Online Community & treue Leserschaft aufbauen
- Jetzt hab ich Blut geleckt! Wer ist außer Dir sonst noch alles auf Substack?
- Und die Sicherheit?
- Achtung – eine kleine Warnung
- Fazit: Alles wunderbar?!
Dein neues Lieblingsmagazin
Auf Substack bekommst Du nur Artikel angezeigt von Themenbereichen, die Dich interessieren. Sobald Du Deine Lieblings-Autoren gefunden hast, kannst du gezielt ihnen folgen. Du bastelst Dir somit Dein eigenes Lieblingsmagazin zusammen.
Ich weiß ja nicht, wie es Dir geht, aber ich habe so etwas die längste Zeit schmerzlich vermisst!
Für mich bringt Substack nun endlich alles zusammen:
✔️ Auf Substack kann ich als Leser nun meine Inhalte zusammenstellen, wie ich sie will!
✔️ Und als Autorin sogar selbst aktiv mitgestalten 🥳
✔️ Und sogar Geld damit verdienen ist möglich – für Autoren ja nicht unwichtig …
Wie Du Dein Substack richtig für Dich konfigurierst
Substack funktioniert wie jede andere Plattform mit einem Algorithmus: Am Anfang ist alles furchtbar allgemein (und auf Englisch). Je mehr Du Dich dort aufhältst, umso passender wird es. Gib Deine Suchbegriffe also ruhig auf Deutsch ein, wenn Du in der Sprache lesen willst!
Ich hatte zu Beginn einen rein passiven Account, bei dem ich nur spirituellem Content folgte. Der Reiz von Substack wollte sich mir da noch nicht ganz erschließen.
Als ich mir mein Autoren-Profil angelegt habe, dachte ich mir »Alles neu macht der Januar!«, und erstellte einen nigelneuen Account. Dabei begab ich den Fehler und wählte alles aus, was mich interessiert. Auf einmal war mein Feed auf einmal voller Politik und anderer ablenkungs-intensiver Themen. Oh Schreck!
Bedenke, vor allem als Autor, Deine Auswahl bei den »Interessen« nur in den Bereichen zu setzen, in denen Du auch selbst aktiv bist.
Wenn Du alles auswählst, was Dich auch privat interessiert, wird Dein Substack so mit Inhalten geflutet, dass es Dich viel zu sehr vom Eigentlichen abhalten kann: Deinen eigenen Publikationen! Also triff Deine Wahl sorgfältig, wenn Du zu den Kreativschaffenden gehörst.
Als Leser kannst Du Dich natürlich bedienen, wie Du lustig bist. ッ
Vergiss dabei nicht die EssenzExpression!
Deine gute Dosis
Essenz-Express
Schon jetzt inkl. praktischer Audiodatei!
Damit Du meine Texte beim Autofahren oder Abspülen bequem nebenbei hören kannst.
*Folgen ist grundsätzlich immer kostenlos.
Das perfekt entschleunigte Social Media?
Wie angenehm! Bei Substack findest Du nur zwei Inhaltstypen:
- Längere Artikel, sogenannte Posts; (ggf. sortiert in einzelnen Publikationen = Newsletter)
- und kurze Texte (wie Tweets oder Threads), die Notes.
Posts und Notes können entsprechend bebildert sein. Deswegen schaut so ein Feed – vor allem am Smartphone – erst einmal aus wie überall anders auch auf Social Media. Was sollte nun also anders oder gar besser sein?
Wie Internet & Twitter in den 2010ern
Tja: Substack bietet zum Glück eine vollkommen eigenständige, hochwertige Browser-Variante am Computer an, die funktional und in ihrer Schichtheit echt schön ist! Und da setzt der Aspekt des entschleunigten Internets an. Es erinnert an die Blogs in den 2010ern, auch der Vergleich mit dem »alten Twitter« ist durchaus berechtigt!
Da ist man ganz ohne den krassen Dopamin-Zwang, den man von Apps am Handy kennt: Klick, klick, wisch, panik, next!
Bekannte Social-Media-Apps wie Instagram bieten als Browser-Applikation immer nur grässlich abgespeckte, kaum ebenbürtige Varianten an. Natürlich nicht, denn sie verfolgen eine komplett andere Absicht: Sie wollen, dass Du möglichst viel Zeit in der App verbringst und sie währenddessen Geld mit den Werbeeinnahmen verdienen, die sie Dir vor Deine hübsche Nase ausspielen können. Bei Substack liegt der Fokus auf ernsthaften Publikationen, auf den Autoren und Lesern.
Profi-Software zum Publizieren

Als Autor interessiert es Dich natürlich, wie geschmeidig das mit dem Posten Deiner Longform-Inhalte funktioniert.
Das Interface Design dafür ist auch wirklich toll und gut durchdacht. Es ist schön schlicht, dass der Fokus wirklich auf dem Schreiben und Formatieren liegt.
Nur hie und da habe ich ein paar Funktionen vermisst, die ich z. B. aus WordPress oder Notion gewöhnt bin: einfach / Headline in eine Zeile tippen geht leider nicht, es muss vergleichsweise umständlich oben in der Werkzeugleiste „Stil > Überschrift“ angeklickt werden.
Dafür bin ich fast vor Freude an die Decke gesprungen, als ich gesehen habe, was Substack automatisch macht: Wenn ein Artikel veröffentlicht ist, spuckt Substack automatisch Grafiken davon für Social Media aus! Tausend Dank – soooooo viel Zeit gespart!
Endlich wieder Qualitäts-Internet!
Die Inhalte auf Substack haben, so mein erster Eindruck, durchweg Qualität. Alleine schon sprachlich! Somit ist Substack etwas ganz anderes als die Plattformen, die ich sonst nutze (Insta, Threads, früher ganz viel Twitter). Hier sind eben Autoren, die wirklich aus Leidenschaft schreiben. Und das verdammt gut.
Das einzige Problem ist nun, dass man als Neuling ein bisschen Imposter Syndrome bekommen könnte … ッ
Die Autoren schreiben lang, manchmal echt sehr lang. So einen Artikel hast Du nicht mal eben in zweieinhalb Sekunden konsumiert! Deswegen lese ich persönlich auch nicht so super viel, sondern nur wenig und dafür gezielt.
Anstatt meine Zeit also mit irrelevanten Posts auf Instagram oder Threads zu verplempern, die meistens ja doch nur dem Eigenmarketing oder Selbstdarstellung dienen, lese ich auf Substack lieber ein, zwei gute, lange Artikel, und habe danach das Gefühl, meine Zeit sinnvoll verbracht zu haben.
Auf Substack kommt es endlich wieder auf den Inhalt an.
Die Inhaltstypen auf Substack

Posts können auch Videos oder Audio enthalten.
Ich hab meinen ersten Artikel „Wie wir die gesellschaftliche Spaltung überwinden können (Pt. 1)“ mit einer Audio-Datei versehen. Somit kannst Du ihn ganz einfach und bequem beim Autofahren oder Abspülen anhören! ッ
Aber Obacht: Ich hab ihn selbst eingelesen. Inklusive menschlicher Hoppsalas! Keine glatter KI-Kram.
Und das zeichnet Substack eben aus: das Menschliche.
Ich hoffe, es bleibt auch so …
Warum Substack für MENSCHEN ist ッ
Bislang sind mir nur freundliche Menschen begegnet. Gepöbelt wird da kaum. Wenn ich irgendwo einen kritischen Kommentar geschrieben habe, weil ich ihn mir nicht verkneifen konnte, kam simpel ein Like.
Ich habe glatt den Eindruck: Bevor da jemand pöbelt, schreibt er halt einfach nix. Das ist schon auch eine elegante Art, Zwist und Nervereien zu entgehen. Auf ernsthaftem Niveau diskutieren – gerne ja. aber nicht einfach aus Prinzip dumm rumraunzen!
Bots scheinen noch spärlich bis gar nicht vorhanden zu sein. In den Notes habe ich aber schon gelesen, dass einige User klagten, sie würde es langsam bemerken.
Mit KI-Inhalten ist es so eine Sache; wenn es dumm gelaufen ist, bin ich auf einen „reingefallen“ und habe begeistert ein Zitat geteilt, das womöglich nur aus einer Maschine kam. Abgesehen von meiner eigenen Dummheit:
Auf Substack scheinen die Leute ein bisschen gebildeter zu sein.
Online Community & treue Leserschaft aufbauen
Um online endlich als Online-Autor wieder etwas verdienen zu können, gibt es seit einigen Jahren Community-Plattformen wie Patreon, Steady oder eben Substack.
Viel zu lange haben viele Blogger wie auch ich unsere Texte für umme verschenkt!
Ich fange jetzt erst damit an, Erfahrungen mit der Monetarisierungen zu sammeln. Denn ich bin der offizielle Depp, der zehn Jahre lang einfach so auf Auxkvisit geschrieben hat! Aber damals war es halt einfach »nur Hobby«.
In meiner Selbständigkeit kann ich mir das nicht mehr leisten – und hätte das ehrlichgesagt auch niemals tun sollen. Warum – das erzähle ich Dir gern ein andermal, wenn es Dich interessiert!
Auf Substack versuche ich mich jetzt erst einmal und spiele erst einmal herum. Von daher sind meine Texte dort alle noch kostenlos zugänglich. Wenn ich richtig sehe, geht das Bezahl-Modell ohnehin erst ab 10 Followern. Die habe ich noch nicht.
Willst Du das ändern? ッ
Das Abo selber kostet nichts!
Jetzt hab ich Blut geleckt! Wer ist außer Dir sonst noch alles auf Substack?
Als bekanntestes Gesicht aus dem deutschsprachigen Raum kam mir gleich mal Snicklink unter.
Und die Sicherheit?
Als Leser wirst Du immer sofort mit einem Popup informiert, wenn Du in irgendeinen Bezahl-Bereich kommst. Du kannst also nicht aus Versehen irgendein Abo abschließen, wenn Du nicht gerade sturzbesoffen bist.
In Sachen Datenschutz: Zumal Edward Snowden dort ist, kann es so schlecht nicht sein!
Laut Substack selbst verbleiben die Inhalte wirklich nur bei den Autoren. Sie verdienen dafür 14% von den Einnahmen.
»Die Inhalte und Beziehungen zu ihren Abonnenten sind Eigentum der jeweiligen Verfasser. Alle redaktionellen Entscheidungen liegen bei ihnen. Leser und Konsumenten entscheiden selbst, bei wem sie ein Abonnement abschließen.«
(Eigenaussage von Substack)
Und das alles ohne den sonst so üblichen Werbe-Scheiß!
Achtung – eine kleine Warnung
Substack scheint mir »das Internet« zu sein, wie ich es seit vielen Jahren gerne wieder haben wollte. Endlich kann ich wieder hoch qualitative Texte lesen und mir ein individuelles Magazin für mich zusammenerstellen mit wirklich interessanten Themen von tollen Autoren.
(Und die Texte sind endlich mal wieder nicht alle gegendert, hihi ッ)
Denn ja, Substack ist eben ein alternatives Medium. Das heißt, keine Medienanstalt und keine Vorgabe irgendeiner Art hat da »ihre Hand drauf«. Das ist das Gute daran – das ist das Schlechte daran. Am Ende kann da jeder publizieren, und nicht alles muss man gut finden.
Der Algorithmus sortiert einem schnell die passenden Themenwelten aus. Hier muss man eben aufpassen: Denn schnell liest man nur noch, was man ohnehin schon glaubt.
Deswegen darf man durchaus vor dem Echokammer-Effekt gewarnt sein.
Fazit: Alles wunderbar?!
Weil dort aber eben ernsthafte Medienschaffende schreiben oder zumindest überaus Schreibverliebte mit einem gewissen Intelligenz-Niveau, sehe ich keine Gefahr in der App. Zumindest auch nicht gefährlicher als unsere Standard-Medien ッ
Wer auf Substack unterwegs ist, findet dort vor allem als Autor dort schnell andere Autoren – mit denen man sich tatsächlich zu einem neuen Gesamt-Medium verbinden kann. Und im Gegensatz zu Threads ist es kein Mimimi, wo man ständig nur rumheult oder um Aufmerksamkeit heitsch – nein, auf Substack siehst Du ihre Arbeiten. Ihre Werke, Resultate.
Und darum geht es doch.

