Als Selbständiger lauerst Du ständig darauf – auf Deine eine Idee: Die eine Idee, die Dir Dein Herz bumpern lässt, bei dem Dir gleich drei Grad wärmer wird. Du brennst. Für dieses eine Thema! Lange habe ich nach meinem gesucht und es nun gefunden: das Archetypen Branding. Ich bin der lebende Beweis, wie einen der eigene Archetyp endlich klar machen kann!
Was ist Archetypen Branding?
Beim Archetypen Branding kommen Personal oder auch Corporate Branding, also der Außenauftritt von Selbständigen und Firmen, und Archetypen zusammen. Soweit, so klar! Aber was haben psychologische Archetypen im Design und Marketing zu suchen?
Sooooo viel!
Dein Archetyp bildet die wortwörtliche Grundlage für alles:
- Was ist der essentielle Charakter hinter allem, was die Geschichte?
- Wie sieht eine schlüssige und stimmige Kommunikation aus – verbal und visuell?
- Entsprechend: Wie sieht das Design aus? (Farben, Formen, Bildwelt, Schriften …)
- Wie artikulierst Du Dich: In der geschäftlichen Kommunikation, bei Deinen Posts, welchen Duktus haben Deine Texte?
Wenn Du erst einmal Deinen Archetyp weißt, ist er der Nordstern für all diese Fragen. Er dient quasi als Leitplanke, als Orientierungshilfe und Referenzpunkt.
Ist das nicht einfach?!
Die 12 Archetypen
Es gibt 12 Archetypen, die auf Margaret Mark und Carol Pearson zurückgehen. Als Basis dient bei den »Archetypen« natürlich Carl Gustav Jung, und dafür wiederum die Ideenlehre von Platon. Auf Substack habe ich bereits über diesen Zusammenhang geschrieben.
Die 12 Archetypen sind:
(Originalbezeichnungen von Mark & Pearson und weitere bekannte Namen in Klammern)
- Der Magier (Magician, Wizard, Healer)
- Der Held (Hero, Warrior, Winner)
- Der Rebell (Outlaw, Revolutionary, Destroyer, Game-Changer)
- Der Abenteurer (Explorer, Seeker, Individualist, Pilgrim)
- Der Lehrer (Sage, Wise, Expert, Analyst)
- Das Kind (Innocent, Idealist, Utopist, Believer)
- Der (Hof)Narr (Jester, Entertainer, Fool)
- Der Liebende (Lover, Harmonizer, Aesthet, Bon Vivant)
- Der Jedermann (Everyman, Girl Next Door, Regular Guy, Buddy)
- Der Künstler (Creator, Dreamer, Innovator)
- Der Altruist (Caregiver, Supporter, Nurturer)
- Der Herrscher (Ruler, Leader, Role Model)
Archetyp herausfinden
Onlinetests
Ich selbst habe meinen Archetyp über einen für mein Dafürhalten bahnbrechenden Onlinetest herausgefunden, der aber leider nicht mehr kostenlos zur Verfügung steht. Gemacht hat ihn Ashley Briana Eve. In meiner eigenen Archetypen-Arbeit werde ich wohl oder übel langfristig selbst einen Test erstellen müssen ッ
Es gibt natürlich bereits zig Online-Tests. Für einen ersten Eindruck sollten die alle reichen – mach aber am besten gleich mindestens drei Tests. Wenn dreimal das gleiche Ergebnis herauskommt, sollte es ja wohl stimmen!
Leider sind die meisten Test-Aufösungen nicht so zufriedenstellend. Mit ein paar Häppchen Informationen hast Du eben keine vernünftige Grundlage, auf die Du emotional anspringen und damit resonieren kannst. Und so etwas brauchst Du, denn die Archetypen sind so ein grundlegend tiefes, emotionales Thema, das das mit drei Sätzen nicht erledigt ist.
Deswegen lege ich schon fleißig Mood-Boards auf Pinterest an: Da kannst Du in die Welt der jeweiligen Archetypen eintauchen um zu sehen, wie sehr Du Dich darin wohlfühlst.

Künstliche Intelligenz
KI hat mich zuverlässig falsch eingeschätzt, egal, wie sauber ich gepromptet habe. Aber ich zurückhaltendes bis paranoides Etwas biedere ihr ja auch nicht mich zu hundert Prozent an. Wenn jemand seine Seele komplett vor KI nackig machen will, funktioniert es womöglich besser.
Chat-GTP: hielt mich für einen Mix aus »Die Liebende« und »Die Magierin«, hahahaha!
Grok: kam mit »The Creative« an
Fail, beide! Und dass beide einem von Anfang an raten, Typen zu mischen, halte ich auch für überaus kontraproduktiv. Warum – dazu bald mehr!
Du selbst
Der beste Berater für Deinen Personal Brand Archetyp bist immer noch Du selbst!
Natürlich steht man sich immer selbst am nächsten. Das kann es echt schwer machen.
Aber wenn Du eine Antwort bekommen hast, welcher Archetyp Du bist – sei es von einem Onlinetest, einer KI oder auch von mir – dann prüfe das immer selbst ganz genau.
- Dein erster Eindruck: Stößt Dich was ab? Macht es in Dir richtig innerlich »Eeek?« Die Ablehnung muss noch gar nicht mal heißen, dass das Ergebnis nicht stimmt. Es ist gut möglich, dass es ganz besonders stimmt! Behalte Dir den kritischen ersten Moment aber sicher im Hinterkopf …
Wenn Du Dir gleich denkst: »Oh wow, jaaaaa!« – dann gibt es keine weiteren Fragen! - Deine Biographie: Wenn Du mehr über die Charakteristik Deines Archetypen erfahren hast, dann lass das mal durch Deinen Kopf gehen: Wann, wie und wo hat er sich in Deinem Leben gezeigt? Schau Dir alte Kinderphotos an, sprich mit Deiner Familie und Freunden. »Ja, Du warst immer schon so ein Rebell!«, kommt dann vielleicht.
- Wen bewunderst Du? Erinnere Dich an die Helden Deiner Kindheit, oder wen Du heute heimlich verehrst. Gut möglich, dass diese Menschen denselben Archetyp verkörpern! Denn deswegen fühlst Du Dich überhaupt erst von ihnen so angezogen.
Warum Du Deinen Archetypen Branding nicht (!) benutzen sollst
Wie Du eben an Punkt 3 gesehen hast, ist das die Magie der Archetypen:
Wenn Du Deinen Branding Archetpyen lebst, zieht er automatisch die richtigen Leute in Dein Umfeld!
Du ziehst also auch endlich die richtigen Kunden an. Da wollen wir doch alle hin!
Warum solltest Du Deinen Archetyp also nicht benutzen?
… Trommeltusch …
Meine Spitzfindigkeit hat mal wieder zugeschlagen!
Weil Dein Archetyp am Ende Dich benutzen wird! 😅
Klingt creepy? Ist es auch …
wie es bei mir war
Als ich erfuhr, dass ich der (Hof)Narr, der JESTER bin und im Testergebnis die passende Bildwelt vorgeschlagen bekam, musste ich lauf auflachen: Exakt so ein Design – Schwarzweißkaro, grelle Farben, verrückte Illustrationen – hatte ich genau zwei Tage vorher gemacht!! Der Narr war schon da, bevor ich ihn namentlich kannte.
Und schlimmer noch: Bei einem Netzwerktreffen verselbständigte sich der Narr sogar in meiner Körpersprache! Ständig streckte ich die Zunge heraus. Wie peinlich?! Nein, ganz typisch für den Narren. Denke nur an das gemein Züngelnde von einem Mephisto auf der Bühne neben dem Faust …
Und das ist eben auch der Trick: nicht mit Gewalt was an den Haaren herbeizerren, sondern einfach in Ruhe da sein lassen.
So wird ein Personal Branding glaubwürdig und authentisch: Wenn Du Deinen Archetyp nicht als Schablone nimmst, sondern da sein und durch Dich fließen lässt.
Bereit für Deine Archetypenreise?
